Aktive Rechnungsabgrenzung (aRAP) buchen

Definition: Aktive Rechnungsabgrenzung / Rechnungsabgrenzungsposten (aRAP)

Das Handelsgesetzbuch in § 252 Abs. 1 Nr. 5 HGB schreibt vor, dass Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres unabhängig von den Zeitpunkten der entsprechenden Zahlungen im Jahresabschluss zu berücksichtigen sind. Folglich müssen aller Erträge und Aufwendungen  periodengerecht gebucht werden. Dabei ist zwischen der aktiven Rechnungsabgrenzung und passiven Rechnungsabgrenzungsposten zu unterscheiden.

Als Rechnungsabgrenzungsposten sind sind gem. § 250 Abs. 1 HGB auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlußstichtag auszuweisen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Praxisbeispiel: aktive Rechnungsabgrenzung „aRAP“

Die monatliche Miete für das Büro beträgt 500 EUR. Das aktive Rechnungsabgrenzung buchenUnternehmen X bezahlt die Miete für das Büro im Dezember 2016 sowohl für Dezember 2016, als auch für Januar 2017 in Höhe von 1.000 EUR. Damit erfolgt in 2016 eine Auszahlung i.H.v. 500 EUR für den Zeitraum 2017. Ein entsprechender Aufwand für die Januarmiete 2017 darf aber nur in 2017 aufwandsmindernd geltend gemacht werden. Aus diesem Grund wird in 2016 aufwandsneutral i.H.v. 500 EUR ein Bilanzposten aRAP im Jahresabschluss gebucht. Im Januar 2017 wird dieser Betrag aufwandswirksam gegen Mietaufwand ausgebucht.

Buchung in 2016:

Mietaufwand               500 EUR        an        Verbindlichkeiten aLuL 1.000 EUR

aRAP                             500 EUR

Buchung 2017:

Mietaufwand              500 EUR        an        aRAP  500 EUR

Typisches Beispiel neben der Mitzahlungen für den Folgemonat ist der Erwerb einer langfristigen Lizenz. Die Lizenzdauer kann 3 Monate, aber auch 3 Jahre betragen. Folglich muss der Aufwand aus der Lizenz periodengerecht abgebildet werden. Der Zahlungsbetrag für den Aufwand aus den Folgemonaten, bzw. Jahren wird als aktive Rechnungsabgrenzung gebucht. Aktive Rechnungsabgrenzung wird auf der Aktivseite der Bilanz dargestellt. Durch die aufwandswirksame Auflöung des aktiven Rechnungsbagrenzungsposten in den Folgemonaten mindert sich folglich der aRAP. Hiermit wird bewirkt, dass der Aufwand aus der Lizanz nicht sofort im Monat des Erwerbs, sondern im Monat der Inanspruchnahme der Lizenz, als Aufwand im Unternehmen verbucht wird.