Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten buchen

Was sind Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten und werden Verbindlichkeiten gebucht?

Verbindlichkeiten sind Verpflichtungen des Gläubigers gegenüber dem Schuldner. Diese werden auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesen. Zum Stichtag des Jahresabschlusses, müssen alle Schulden des Unternehmens gegenüber Lieferanten, Arbeitnehmern, Sozialversicherungsträgern und übrigen Gläubigern vollständig abgebildet werden. Weiterhin dürfen nach dem in Deutschland verankerten Saldierungsverbot die Verbindlichkeiten nicht mit den Forderungen saldiert werden. Soweit ein neben einer Verbindlichkeiten gegenüber einem Lieferanten auch eine Forderung gegenüber dem gleichen Lieferanten besteht, muss diese separat auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesen, und darf nicht mit der Verbindlichkeit verrechnet werden.

Abgrenzung zwischen Verbindlichkeiten und Rückstellungen

Der Unterschied zwischen Rückstellungen und Verbindlichkeiten besteht darin, dass Rückstellungen

  • dem Grunde und/oder
  • der Höhe nach

nicht sicher feststehen.

Im Gegensatz zur Rückstellungen stehen Verbindlichkeiten zum Zeitpunkt des Jahresabschlussstichtages sowohl der Höhe, als auch dem Grunde nach, fest. Gem. § 249 Abs. 1 HGB sind Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten und für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften zu bilden. Folglich muss für ungewisse Verbindlichkeiten handelsrechtlich eine Verbindlichkeit gebucht werden.

Beispiel: Verbindlichkeiten buchen

Am 28 Dezember 2014 werden durch den Lieferanten X Büromaterial an das Unternehmen im Wert von 100 Euro, zzgl. USt 19 Euro, geliefert. Die Rechnung wird über den Kauf des Büromaterials wird dem Unternehmen auch am 28 Dezember zugestellt. Die Zahlung erfolgt allerdings erst am 6 Januar 2015. Die Rechnung wird im Unternehmen wie folgt gebucht:

Büromaterial     100 EUR               an           Verbindlichkeit aLuL      119 EUR
Vorsteuer             19 EUR
Es handelt sich um eine erfolgswirksame Buchung, welche eine Auswirkung auf die Gewinn- und Verlustrechnung hat.

Bis zur vollständigen Bezahlung des Kaufpreises bleibt der Betrag als Verbindlichkeit im Unternehmen bestehen. Erst am  6 Januar im Zeitpunkt der Kaufpreiszahlung wird die Verbindlichkeit ausgebucht. Die dazugehörige Buchung sieht wie folgt aus:

Verbindlichkeit aLuL      119 EUR               an           Bank      119 EUR

Bei der Verbuchung der Kaufpreiszahlung handelt es sich um eine erfolgsneutrale Buchung.