Anlagevermögen in der Bilanz / Aktivierung, Bewertung und Verbuchung

Das Anlagevermögen setzt sich aus Vermögensgegenständen eines Unternehmens  zusammen, die  dazu bestimmt sind, dauerhaft dem Geschäftsbetrieb zu dienen. Im Gegensatz zum Umlaufvermögen sollen die Vermögensgegenstände des Anlagevermögens langfristig dem Unternehmen dienen. Gemäß § 266 Abs. 2 HGB ist das Anlagevermögen untergliedert in

  • Immaterielle Vermögensgegenstände
  • Sachanlegen
  • Finanzanlagen

Beim Anlagevermögen ist fernen zwischen abnutzbaren und nicht abnutzbaren Vermögen zu unterscheiden.

Nicht abnutzbare Vermögensgegenstände und Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens

Zu den nicht abnutzbaren Vermögensgegenständen gehören insbesondere Grund und Boden und Beteiligungen und andere Finanzanlagen wie, Anteile an Kapital und Personengesellschaften. Nicht abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens sind nach § 6 Abs. 1 Nr. 2 EStG mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu bewerten. Im Fall der Wertsteigerung des Grund und Bodens darf dieses trotzdem nicht über die AK-/ und HK bewertet werden. Eine Teilwertabschreibung ist gem. § 253 Abs. 2 HGB nur bei dauernder und nicht nur vorübergehender Wertminderung anzusetzen.

Abnutzbare Vermögensgegenstände und Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens

Ein geläufiges Beispiel von abnutzbaren Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens stellt das Gebäude dar. Das Gebäude wird mit der Zeit beansprucht und wird zusätzliche ohne Renovierung schlechter, daher ist es als abnutzbar einzustufen. Die Abnutzung eines Gebäudes wird durch eine jährliche Abschreibung im Jahresabschluss abgebildet. Der Grund und Boden, auf welchem das Gebäude steht, ist dagegen nicht abnutzbar, weil es mit der Zeit grundsätzliche nicht schlechter wird.

Aktivierung von Vermögensgegenständen des Anlagevermögens in der Bilanz

Die Vermögensgegenstände des Anlagevermögens fließen nicht in den Aufwand, sondern werden in der Bilanz aktiviert. Abnutzbare Vermögensgegenstände werden über die Restnutzungsdauer abgeschrieben und verlieren dadurch an Wert. Im Vergleich dazu werden regulären Aufwendungen im Geschäftsjahr der Entstehung als Aufwand in der GuV gebucht.

Bewertung des Anlagevermögens

Das Anlagevermögen wird grundsätzlich mit den Anschaffungs-bzw. Herstellungskosten bewertet. Das bedeutet, dass der angeschaffte Vermögensgegenstand des Anlagevermögens in der Bilanz mit dem Einkaufspreis, zzgl. Anschaffungsnebenkosten aktiviert wird. Die im Kaufpreis gegebenenfalls bezahlte Umsatzsteuer wird nicht aktiviert, sondern als Vorsteuerforderung gegenüber dem Finanzamt gebucht. Der Wert des Anlagevermögens darf nur mit einer planmäßigen oder außerplanmäßigen Abschreibung gemindert werden.

Buchung beim Kauf von Gebäude

Unternehmen X hat für die Mitarbeiter aus dem Backoffice ein Büro iHv 500.000 EUR (ohne Umsatzsteuer) von Verkäufer Y gekauft. Vom Kaufpreis entfallen 350.000 EUR auf das Gebäude und 150.000 auf das Grund und Boden.
Wie lautet die Buchung für den Erwerb vom neuen Backoffice?

Grund und Boden               150.000                an                           Verbindlichkeiten ggü. Verkäufer Y               500.000
Gebäude                              350.000

Mehrere Wochen später überweist Unternehmer X den Kaufpreis an den Verkäufer Y. Wie ist dieser Vorgang buchhalterisch abzubilden?

Verbindlichkeiten ggü. Verkäufer Y                               500.000                an           Bank      500.000