Degressive Abschreibung

Die degressive Abschreibung (AfA) ist eine planmäßige Abschreibung im Sinne des § 253 Abs. 3 S.1 HGB. Danach sind bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, die Anschaffungs- oder die Herstellungskosten um planmäßige Abschreibungen zu vermindern. Dabei muss gem. § 253 Abs. 3 S.1 HGB der Plan die Anschaffungs- oder Herstellungskosten auf die Geschäftsjahre verteilen, in denen der Vermögensgegenstand voraussichtlich genutzt werden kann.

Bei der degressiven Abschreibung sind die Abschreibungsbeträge in den ersten Jahren höher als in den Folgejahren. Es wird angenommen, dass in den ersten Jahren der Nutzungsdauer des Vermögensgegenstandes dieser stärker abgenutzt wird, als in den Folgejahren. Dies könnte handelsrechtlich auch zutreffen, sofern z.B. nach der Fertigstellung einer Produktionsmaschine eine hohe Nachfrage zur deutlicheren Auslastung dieser Maschine führt. Des Weiteren ist die technisch-wirtschaftliche Überholung gerade in den ersten Jahren viel höher, als in den Folgejahren.

Geometrisch-Degressive Abschreibung

Eine Abschreibung mit einem gleichen Prozentsatz nennt man auch Geometrisch-Degressive Abschreibung. Im Fall, dass dieser Prozentsatz 20 % beträgt und der Vermögensgegenstand am 01.01.2017 zu einem Preis von 1.000 EUR (Umsatzsteuer wird nicht berücksichtigt) angeschafft wurde, dann wird ausgehend von den Anaschaffungskosten im Jahr 2017 eine Abschreibung von 200 EUR gebucht. Im Geschäftsjahr 2018 wird die Abschreibung basierend auf den Restbuchwert des Vermögensgegenstandes per 31.12.2017 gebucht. Folglich beträgt die Bemessungsgrundlage für die Abschreibung des Vermögensgegenstandes im Jahr 2018 – 800 EUR. 20 Prozent von 800 EUR sind 160 EUR. Damit beträgt die geometrisch-degressive Abschreibung in 2018 insgesamt 160 EUR. Der Restbuchwert per 31.12.2018 beträgt 640 EUR.

Buchung der degressiven Abschreibung

Abschreibung 160 EUR                  an           Vermögensgegenstand des Anlagevermögens 160 EUR

Formel für die geometrisch-Degressive Abschreibung

Abschreibungsbetrag = Abschreibungsprozentsatz * Buchwert des Vorjahres

Abschreibungsprozentsatz
Prozentsatz der jährlichen Abschreibung.

Buchwert des Vorjahres
Anstelle des Buchwertes des Vorjahres kommen im Jahr der Anschaffung die Anschaffungskosten, zzgl. Aktivierungsfähige Anschaffungsnebenkosten.

Degressive Abschreibung im Steuerrecht

Ansatz der degressiven Abschreibung ist spätestens seit 2011 gem. § 7 Abs. 2 EStG im Steuerrecht nicht erlaubt. Steuerrechtlich dürfen die Posten des Anlagevermögens nur durch die lineare Abschreibung gemindert werden.

Latente Steuern und degressive Abschreibung

Im Handelsrecht ist die Methode der degressiven Abschreibung zulässig. Steuerrechtlich darf die degressive Abschreibung nicht gebildet werden. Sofern ein Wirtschaftsgut in der Handelsbilanz degressiv- und in der Steuerbilanz linear abgeschrieben wird, ergeben sich Bewertungsdifferenzen zwischen der Handels,-und Steuerbilanz. Der Vermögensgegenstand und der Gewinn in der Handelsbilanz ist geringer als in der Steuerbilanz. In Der Handelsbilanz kann eine aktive latente Steuer angesetzt werden. Für das Unternehmen besteht ein Wahlrecht zur Buchung der aktiven latenten Steuer.

Wechsel von der degressiven Abschreibung zur linearen Abschreibung

Durch die degressive Abschreibung wird das Wirtschaftsgut nie vollständig abgeschrieben. Aus diesem Grund ist es in der Handelsbilanz üblich, im Jahr, wo die lineare Abschreibung die degressive übersteigt, die Abschreibungsmethode auf lineare Abschreibung zu wechseln.