Nachträgliche Anschaffungskosten buchen und in der Bilanz aktivieren

Die nachträglichen Anschaffungskosten sind im § 255 Abs. 1 S. 2 HGB definiert. Zu den Anschaffungskosten gehören auch die Nebenkosten sowie die nachträglichen Anschaffungskosten. Folglich unterscheidet das Handelsgesetzbuch zwischen den Nebenkosten und nachträglichen Anschaffungskosten. In der Handelsbilanz besteht für beide Optionen ein Ansatzgebot. Die nachträglichen Anschaffungskosten sind auf dem gleichen Anlagekonto wie das Wirtschaftsgut zu buchen. Für die Aktivierung ist es wesentlich, dass die Ausgaben den ursprünglichen Nutzen des Wirtschaftsguts erhöht. Sofern durch die Anschaffung keine Erhöhung des Nutzens erfolgt, dann sind die Kosten als Aufwand in der Gewinn-und Verlustrechnung zu erfassen.

Beispiel der nachträglichen Anschaffungskosten

Unternehmen X erwirbt am 01.01.2016 eine Software-Lizenz zu einem Preis von 10.000 EUR netto, zuzüglich 1.900 EUR Umsatzsteuer. Die Nutzungsdauer wird auf 5 Jahre geschätzt. Folglich beträgt die jährliche Abschreibung 2.000 EUR.

Buchung des Softwareerwerbs am 01.01.2016:

EDV-Software   10.000 EUR         an           Bank                     11.900 EUR
Vorsteuer             1.900 EUR

Buchung der Abschreibung zum 31.12.2016:

Abschreibung   2.000 EUR           an           EDV-Software   2.000 EUR

In der Bilanz wird am 01.01.2016 10.000 EUR als EDV-Software aktiviert.  Sofern im Januar 2016 keine weiteren Geschäftsvorfälle stattfinden, dann wird der Betrag iHv 1.900 EUR als Umsatzsteuerforderung gegenüber dem Finanzamt gebucht. Der Restnutzungswert der EDV-Software am 31.12.2016 beträgt 8.000 EUR.

Am 01.01.2017 erwirbt das Unternehmen X ein Zusatzmodul zur Software-Lizenz in Höhe von 1.000 EUR netto, zuzüglich 1.900 EUR Umsatzsteuer.

Buchung des Zusatzmoduls zur Software-Lizenz am 01.01.2017:

EDV-Software   1.000 EUR           an           Bank      1.900 EUR
Vorsteuer             190 EUR

Folglich beträgt am 01.01.2017 durch den Erwerb des Zusatzmoduls der Restbuchwert der Softwarelizenz 9.000 EUR. Der neue Abschreibungsbetrag bemisst sich basierend den neuen Nutzungswert iHv 9.000 EUR.

Buchung der Abschreibung zum 31.01.2017:

Abschreibung   2.250 EUR           an           EDV-Software   2.250 EUR

Sofern die Software-Lizenz um keine weiteren nachträglichen Anschaffungskosten erhöht wird, dann beträgt der Restbuchwert der EDV-Lizenz am 31.12.2017 6.750 EUR.