Vorsteuer buchen

Kreditorenbuchhalter sollen in den meisten Fällen die Eingangsrechnung mit Vorsteuer buchen. Beim Erwerb von Lieferungen- und Leistungen von einem umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen wird in den allermeisten Unternehmen eine Rechnung mit einem Umsatzsteuerbetrag ausgestellt. Folglich kann der Rechnungsempfänger die in der Rechnung enthalte Vorsteuer im Rahmen der Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung vom Finanzamt zurückerstattet bekommen.

Eingangsrechnung mit 7 Prozent Vorsteuer

Die Eingangsrechnungen mit 7 Prozent Vorsteuer werden auf das Vorsteuerkonto 7% Vorsteuer verbucht. Im SKR03 Kontenrahmen ist es das Konto 1571. Sofern im Buchhaltungsprogramm der Steuercode 7 Prozent festgelegt wurde, dann wird bei der Verbuchung automatisch 7 Prozent vom Bruttorechnungsbetrag auf das Vorsteuerkonto 7 % gebucht. Das Vorsteuerkonto ist ein Aktivkonto und wird unter dem Bilanzposten Forderungen ausgewiesen. Die dazugehörige Buchung im Hintergrund lautet:
Vorsteuer 7% an Verbindlichkeit ggü. Lieferant

Eingangsrechnung mit 19 Prozent Vorsteuer

Die Eingangsrechnungen mit 19 Prozent Vorsteuer werden auf das Vorsteuerkonto 19% Vorsteuer verbucht. Im SKR03 Kontenrahmen wird hierfür das Konto 1576 verwendet. Sofern beim Unternehmen eine Eingangsrechnung für Bürobedarf über einen Betrag in Höhe von 119 EUR von einem deutsche Lieferanten Y eingeht, dann lautet die dazugehörige Buchung:
Bürobedarf 100 an Verbindlichkeit ggü. Lieferant Y 119
Vorsteuer 19% 19

Eingangsrechnung für Lieferungen- und Leistungen aus dem Ausland

Eingangsrechnungen für Lieferungen-und Leistungen aus dem Ausland an Unternehmen mit einer gültigen deutschen Umsatzsteuer-Identifikationsnummer werden ohne die Umsatzsteuer ausgestellt. Bei diesen Sachverhalten finden das sogenannte Reverse-Charge-Verfahren Anwendung. Danach wird die Umsatzsteuerschuld auf den Leistungsempfänger übertragen. Danach ist der Empfänger der Lieferung, oder Leistung auch der Schuldner der Umsatzsteuer. Zugleich kann der Leistungsempfänger über den gleichen Betrag auch die Vorsteuer geltend machen. Der Rechnungsempfänger ist zwar dazu verpflichtet die Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen, zugleich kann er sich den gleichen Betrag als Vorsteuer erstattet bekommen. Es ist nichts weiter als ein Nullsummenspiel.
In den Unternehmen wird nur anhand des Vorsteuercodes zwischen Eingangsrechnungen aus der Europäischen Union und Drittländern unterschieden. Eingangsrechnungen aus dem Ausland sind mi einem Nettobetrag und ohne die Umsatzsteuer mit dem Vermerk „Gemäß Reverse Charge Mechanismus ist der Leistungsempfänger der Umsatzsteuerschuldner“ ausgestellt. Sofern bei einem deutschen Unternehmen eine Eingangsrechnung von einem französischen Lieferanten iHv 1.000 EUR für IT-Beratung eingeht, dann wird diese wie folgt gebucht:
Rechts-und Beratungskosten 1.000 an Verbindlichkeit ggü. Lieferanten 1.000
Vorsteuer gem. § 13b UStG 190 an Umsatzsteuer gem. § 13b UStG 19

In der Umsatzsteuervoranmeldung muss das deutsche Unternehmen diesen Sachverhalt deklarieren, aber keine Umsatzsteuer abführen, weil diese mit der Vorsteuer aufgerechnet wird.