Passive latente Steuern buchen

Im deutschen Recht existieren zwei Arten von Bilanzen. Es wird zwischen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz unterschieden. Die Handelsbilanz orientiert sich an den gesetzlichen Regelungen im Handelsgesetzbuch (HGB). Die Steuerbilanz hat Ihre Wurzeln im Einkommensteuergesetz und wird abhängig von der Rechtsform um die Vorschriften des Gewerbesteuer-, und Körperschaftsteuergesetzes ergänzt.

Aufgrund des Maßgeblichkeitsprinzips in § 5 Abs. 1 EStG sind für die Steuerbilanz die Vorgaben der Handelsbilanz maßgebend, sofern dem keine steuerrechtlichen Regelungen widersprechen. Die steuerrechtlichen Bilanzierungsgrundsätze weichen in einigen Fällen von der Vorgaben des HGB ab. Aus diesem Grund ergibt sich aus der Steuerbilanz effektiv eine andere Ertragssteuerlast, als aus der Handelsbilanz. Dieser Abweichung wird in Folge der  aktiven, bzw. passiven latenten Steuern begegnet.

Bestehen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen Differenzen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, so ist eine sich daraus insgesamt ergebende Steuerbelastung als passive latente Steuern (§ 266 Abs. 3 E.) in der Bilanz anzusetzen.

Praxisbeispiel:

In der Handelsbilanz dürfen Entwicklungskosten für immaterielle Wirtschaftsgüter aktiviert werden. In der Steuerbilanz besteht dagegen Aktivierungsverbot und die gesamten Aufwendungen müssen im Aufwand erfasst werden. Im Geschäftsjahr 2013 entwickelt Unternehmen X Software, welche über 5 Jahre abgeschrieben wird. Entwicklungskosten i.H.v. 500.000 EUR werden in der Bilanz aktiviert. In der Steuerbilanz dürfen diese Kosten nicht aktiviert werden. Folglich besteht unterschiedlicher Wertansatz, welcher sich in 5 Jahren auf Grund der Abschreibung wieder  ausgleichen wird. Der durchschnittliche Ertragssteuersatz in Deutschland beträgt 30 Prozent. 30 % von 500.000 EUR sind 150.000 EUR, welche als passive latente Steuern in der Bilanz angesetzt werden. Dieser Betrag wird in den kommenden 5 Jahren jährlich um 30.000 EUR ausgebucht.

Buchung im Jahr der Aktivierung

Steueraufwand            150.000 EUR             an        passive latente Steuer             150.000 EUR

Buchung im ersten Jahr nach der Aktivierung

Passive latente Steuer 30.000 EUR               an        Steuerertrag                            30.000 EUR

.