Beruf und Aufgaben von Kreditorenbuchhalter

Mittelständische- und große Unternehmen sind auf Grund der Komplexität und des Umfanges der Aufgaben in der Finanzabteilung auf eine Vielzahl von spezialisierten Buchhaltern angewiesen. Im Gegensatz zu Kleinunternehmen kann Umfang der Rechnungen und Banktransaktionen nicht von einem einzigen Buchhalter bewerkstelligt werden. In größeren Gesellschaften erfolgt innerhalb einer Finanzabteilung meist eine Unterteilung in Kreditorenbuchhalter, Debitorenbuchhalter und Hauptbuchhalter.

Welche Aufgaben übernimmt ein Kreditorenbuchhalter innerhalb des Unternehmens?

Ein Kreditorenbuchhalter ist auf die Verbuchung von Eingangsrechnungen und Bezahlung der Lieferanten eines Unternehmens spezialisiert. Im Gegensatz dazu umfasst das Aufgabenspektrum eines Debitorbuchhalters die Kunden des Unternehmens.

Die Haupttätigkeitsbereiche eines Kreditorbuchhalters umfasst:

  • Rechnungsprüfung der Eingangsrechnungen, insbesondere die Merkmale gem. §14 Abs. 4 UStG
  • Kontierung und Verbuchung der Eingangsrechnungen
  • Ablage und Scannen der Eingangsrechnungen
  • Abwicklung des Zahlungsverkehrs mit Lieferanten
  • Stammdatenpflege von Lieferanten
  • Kommunikation mit der Einkaufsabteilung des Unternehmens

Weiterbildung zum Kreditorenbuchhalter

Für den Job eines Kreditorenbuchhalters kann man durch einen Debitoren-/Kreditorenbuchhalterlehrganges qualifiziert. Sofern eine spätere Vertiefung in einen anderen Buchhaltungsbereich erwünscht ist, wir eine Weiterbildung zum Finanz- bzw. Bilanzbuchhalter erforderlich sein. Eine solche Ausbildung dauert zwischen 1,5 und 3 Jahre und erweitert Kenntnisse auch in den Bereichen der Hauptbuchhaltung.

Zukunftsperspektiven eines Kreditorenbuchhalters

Bereits jetzt gibt es in vielen Buchhaltungsprogrammen eine Möglichkeit der automatischen Rechnungserkennung. Bei der Stammdatenpflege kann im Vorfeld festgelegt werden, welches Aufwandskonto und Steuersatz bei widerkehrenden Rechnungen von demselben Lieferant angesprochen werden soll.  Nachdem die Rechnung eingescannt und in die Buchhaltungssoftware hochgeladen wurde, liest die Software automatisch solche Informationen aus der Rechnung, wie Name des Lieferanten, Nettobetrag, Mehrwertsteuersatz, Bruttobetrag, Bezeichnung der Lieferung oder Leistung. Folglich entnimmt die Software automatisch alle für die Verbuchung des Geschäftsvorfalls nötigen Informationen. Aus diesen Informationen wird entweder automatisch eine Buchung generiert, oder manuell vom Kreditorenbuchhalter überprüft. Bei widerkehrenden Buchungen wird die Trefferquote bei über 90 % liegen.

Auf Grund der automatischen Rechnungserkennung und Verbuchung der Eingangsrechnungen wird der Aufgabenbereich eines Kreditorenbuchhalters zukünftig eher im Bereich der Stammdatenpflege und Review der automatischen Eingangsrechnungsverbuchung  angesiedelt sein. Mit diesem Wissen würde ich aktuell Niemandem einen Lehrgang zum Kreditorenbuchhalter empfehlen, weil der Beruf zukünftig durch die Digitalisierung zum größten Teil von Softwareprogrammen eigenständig übernommen wird.